Das Moritzhaus in Den Haag

Moritzhaus im Haag

Auf Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen geht das Moritzhaus in Den Haag zurück, das nunmehr seit knapp zweihundert Jahren als Kunstmuseum genutzt wird. Errichtet vis-à-vis zum Haager Binnenhof, repräsentierte das “Mauritshuis” des Fürsten von Nassau-Siegen im 17. Jahrhundert in den Niederlanden den ersten rein klassizistischen Bau, der auf Grundlage der italienischen Architekturtheorie entstand.

Berater des Großen Kurfürsten

Den Haag, Welthauptstadt der Gerichtsbarkeit, außerdem königliche Stadt, und Wahrzeichen von “de Gouden Eeuw”, des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Dort wo bis heute das politische Herz der Niederlande schlägt, und das Königshaus der Familie Oranien-Nassau ihren offiziellen Amtssitz hat, befindet es sich in unmittelbarer Nähe. Das prächtige Mauritshuis Museum.

Moritzhaus in Den Haag 2

Das Gebäude ist weit über 300 Jahre alt. Mit dem Bau seines Hauses im Haag, hatte der Fürst von Nassau-Siegen im Jahre 1633 mit Jacob van Campen und Pieter Post zwei “Stararchitekten” der damaligen Zeit beauftragt. Als der umtriebige Johann Moritz dann 1646 von seinen Unternehmungen für die Niederländische Westindien-Kompanie aus Brasilien zurückkehrte, war sein Adelspalais bereits vollendet.

Johann Moritz

Johann Moritz wirkte überall erfolgreich, und seine große Leidenschaft galt der Gestaltung seiner Umwelt. Bevor der auch als “Brasilianer” bekannte Fürst 1679 starb, hatte er Herrenhäuser, Schlösser, Residenzen und Landschaften von Brasilien bis in die Neumark gestaltet. Der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, schätzte seine Beratung, und konsultierte Johann Moritz bei allen Fragen zur Landschafts- und Gartengestaltung. Noch Friedrich der Große orientierte sich bei einigen Bauvorhaben am Vorbild Johann Moritz’.

Das Moritzhaus in Den Haag

Manche Hinterlassenschaften des in Dillenburg geborenen “Herrenmeisters”, sind leider nur noch Ruinen, sowie etwa das Ordensschloss Sonnenburg. Nicht so sein Moritzhaus im Haag, eines der bedeutensten Reichsdenkmäler der Niederlande.

Moritzhaus in Den Haag 3

Das Haus von Johann Moritz hat eine bewegte Geschichte hinter sich, denn nach seinem Tod wurde es unter anderem als Gästehaus für internationale Persönlichkeiten, und später dann als Nationalbibliothek verwendet. Einmal fiel das Interior des Moritzhauses einem schweren Brand zum Opfer. Dann, im Jahre 1820, erwarb der niederländische Staat das Gebäude. Fortan diente es als königliches Kunstmuseum.

Das Mauritshuis ist bis heute Ausstellungsort der Königlichen Gemäldegalerie der Niederlande. Zu den über 800 hauseigenen Exponaten gehören weltberühmte Werke von Rembrandt, Rubens und Vermeer. Zahlreiche Gemälde holländischer und flämischer Meister beherbergt das Moritzhaus in Den Haag, und die majestätische Residenz aus dem 17. Jahrhundert dient dabei als würdiger Rahmen.

Rembrandt und Vermeer

Es ist diese Mischung, die das Haager Moritzhaus in den Rang eines einzigartigen Monuments der europäischen Kulturgeschichte erhebt. Die klassischen Räume sind vollgepackt mit ikonischen Kunstwerken, mit Miniaturen, zudem Büsten und Skulpturen. Dank aufwendiger Restaurierung erstrahlen die Gemälde glänzend.

Die Anatomie des Dr. Tulp

Zu den beliebtesten Gemälden im “Mauritshuis” zählen ganz zweifellos “Das Mädchen mit dem Perlohrring” von Johannes Vermeer und “Die Anatomie des Dr. Tulp” von Rembrandt van Rijn. Während dem Umbau des Moritzhauses in den Jahren 2012 bis 2014, lockten diese Bilder auf einer Weltreise in Japan und den Vereinigten Staaten die Besucher in die Ausstellungen.

Mädchen-mit-dem-Perlohrring

Auch im Moritzhaus in Den Haag, tummelt sich die Schar der Touristen hauptsächlich vor dem berühmtesten Gemälde von Vermeer. Vor diesem Bild sammelt sich das Kunstinteresse einer breiteren Masse. Der Ausstellungsraum platzt zuweilen aus allen Nähten, da jeder Besucher einen Blick auf “Das Mädchen mit dem Perlohrring” werfen möchte. 

Für Kunstliebhaber dürfte Den Haag alleine wegen dem Königlichen Gemäldekabinett im Moritzhaus eine Reise wert sein. Was sich in diesem klassizistischen Gebäude wiederspiegelt, ist die Schönheit einer vergangenen Epoche. Die Schönheit des alten Europas

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